
Neben den einzeln erhältlichen, waschbaren Kompressionsbinden (Kurzzugbinden) sind heute auch „Komplettsysteme” (Binde + Polster) erhältlich. Die mehrlagigen Kompressionssysteme, z. B. Profore und Proguide, erfordern keine besonderen Applikationstechniken und der Anlagedruck wird bis zu 7 Tage zuverlässig gehalten. Profore Lite eignet sich auch für gemischte Ulzera und kann bei einem ABPI von 0,6 - 0,8 eingesetzt werden.
Die Kompressionsbinden sind unterschiedlich aus Polyamid, Elastan, Baumwolle, Elastodien und Viskose zusammengesetzt.
Die längs- und querelastische Zinkleimbinde Varolast steht für eine vereinfachte Anlegetechnik. Von allen Kompressionsverbänden bewirkt der halbstarre, unnachgiebige Zinkleimverband die stärkste Entstauung tiefer Venenbereiche und ist deshalb bei der Behandlung der chronisch-venösen Insuffizienz von großer Bedeutung.
ZU BEACHTEN
Es muss unterschieden werden zwischen den relativen und absoluten Kontraindikationen. Als relative Kontraindikationen sind Sensibilitätsstörungen der unteren Extremität, eine ausgeprägte fortgeschrittene periphere Neuropathie (z.B. bei Diabetes mellitus), eine allergische Reaktion auf die Bestandteile der Kompressionsbinde oder des Strumpfes anzusehen.
Als absolute Kontraindikation ist grundsätzlich die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) zu nennen.
Allerdings kann eine Kompression noch erfolgen, wenn der Knöchelarterienverschlussdruck über 60 - 80 mm/Hg liegt.
Weiterhin sind die dekompensierte Herzinsuffizienz und die septische Phlebitis als Kontraindikationen zu nennen.
Wichtig sind folgende Prinzipien: Beim Anlegen des Kompressionsverbandes sollte das Sprunggelenk rechtwinklig (90°) positioniert sein. Der Kompressionsverband sollte immer bis zu den Grundgelenken der Zehen gehen und immer die Ferse mit umschließen.
