Kompendium Wundbehandlung - Wirkungsweise und Indikationen von Wundbehandlungsprodukten - Medizinische Publikationen zur Wundbehandlung
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Verlag B. v. Hallern - Vogelsang 28 - 21682 Stade - Tel.: 04141 - 80 11 99 - Fax: 04141 - 80 11 97 - E-Mail: verlagbvhallern@t-online.de - www.medizinundpraxis.de
Kompendium Wundbehandlung

KOMPENDIUM WUNDBEHANDLUNG

Wirkungsweise und Indikationen von
Wundbehandlungsprodukten

Verlag für
MEDIZINISCHE
PUBLIKATIONEN

Bernd v. Hallern

WIRKUNGSWEISE
Eine Kompressionstherapie bei Venenleiden ist unverzichtbar und volkswirtschaftlich von großer Bedeutung. Grundlage jeder Kompression ist die Wiederherstellung bzw. Verbesserung der Funktion gestörter Venenklappen, damit die Ausbildung einer chronisch-venösen Insuffizienz verhindert wird. Wichtig für die Kompression ist, dass ein hoher Arbeitsdruck und ein niedriger Ruhedruck vorliegen. Als Ruhedruck bezeichnet man den beim ruhenden Bein vorliegenden und als Arbeitsdruck den Druck, der bei Muskelkontraktion als Widerlager entgegen wirkt.
Durch die Kompression wird die Erhöhung des Gewebe- und Ödemdruckes bewirkt, so, dass eine Steigerung der Rückresorption von Gewebseflüssigkeit im venösen Anteil der Kapillaren erfolgt. Für die Wirkung entscheidend ist die Aktivierung der Muskel-Gelenk-Pumpe.

Neben den einzeln erhältlichen, waschbaren Kompressionsbinden (Kurzzugbinden) sind heute auch „Komplettsysteme” (Binde + Polster) erhältlich. Die mehrlagigen Kompressionssysteme, z. B. Profore und Proguide, erfordern keine besonderen Applikationstechniken und der Anlagedruck wird bis zu 7 Tage zuverlässig gehalten. Profore Lite eignet sich auch für gemischte Ulzera und kann bei einem ABPI von 0,6 - 0,8 eingesetzt werden.
Die Kompressionsbinden sind unterschiedlich aus Polyamid, Elastan, Baumwolle, Elastodien und Viskose zusammengesetzt.

Die längs- und querelastische Zinkleimbinde Varolast steht für eine vereinfachte Anlegetechnik. Von allen Kompressionsverbänden bewirkt der halbstarre, unnachgiebige Zinkleimverband die stärkste Entstauung tiefer Venenbereiche und ist deshalb bei der Behandlung der chronisch-venösen Insuffizienz von großer Bedeutung.

ZU BEACHTEN
Es muss unterschieden werden zwischen den relativen und absoluten Kontraindikationen. Als relative Kontraindikationen sind Sensibilitätsstörungen der unteren Extremität, eine ausgeprägte fortgeschrittene periphere Neuropathie (z.B. bei Diabetes mellitus), eine allergische Reaktion auf die Bestandteile der Kompressionsbinde oder des Strumpfes anzusehen.

Als absolute Kontraindikation ist grundsätzlich die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) zu nennen.
Allerdings kann eine Kompression noch erfolgen, wenn der Knöchelarterienverschlussdruck über 60 - 80 mm/Hg liegt.
Weiterhin sind die dekompensierte Herzinsuffizienz und die septische Phlebitis als Kontraindikationen zu nennen.

Wichtig sind folgende Prinzipien: Beim Anlegen des Kompressionsverbandes sollte das Sprunggelenk rechtwinklig (90°) positioniert sein. Der Kompressionsverband sollte immer bis zu den Grundgelenken der Zehen gehen und immer die Ferse mit umschließen.

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